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Das Wattenmeer

Zweimal am Tag fällt der Meeresboden trocken: Alles über das Wattenmeer vor den Friesischen Inseln, seine Tiere, die Gezeiten, den Nationalpark und wie du es am besten erlebst.

Kurz gesagt 3 Min. Lesezeit Aktualisiert am 30. September 2026

Das Wattenmeer ist das größte zusammenhängende Gebiet aus Sand- und Schlickwatt der Welt. Es erstreckt sich über rund 500 Kilometer Küste von den Niederlanden über Deutschland bis nach Dänemark, und zweimal täglich fällt der Meeresboden bei Ebbe trocken. Seit 2009 ist es UNESCO-Weltnaturerbe, in Deutschland steht es als Nationalpark unter Schutz.

Zwischen den Friesischen Inseln und dem Festland liegt eine Landschaft, die sich zweimal am Tag komplett verwandelt. Bei Flut ist hier Meer, bei Ebbe liegt der Meeresboden frei: Sand, Schlick, Muschelbänke und ein Netz aus Prielen, die das ablaufende Wasser sammeln. Die vorgelagerten Inseln schützen dieses flache Küstenmeer vor der Brandung der offenen Nordsee.

Ebbe und Flut

Etwa alle sechs Stunden wechseln Hoch- und Niedrigwasser, ein vollständiger Zyklus dauert rund zwölfeinhalb Stunden. Deshalb verschieben sich Ebbe und Flut jeden Tag um knapp eine Stunde. Der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser beträgt je nach Ort mehrere Meter. Bei Voll- und Neumond fällt er besonders groß aus, dann spricht man von Springtide.

Leben im Watt

Auf den ersten Blick wirkt das Watt leer, tatsächlich gehört es zu den produktivsten Lebensräumen der Erde. Überall siehst du die kleinen Sandhäufchen der Wattwürmer, dazu Herzmuscheln, Miesmuscheln, Wattschnecken und Strandkrabben. Nordseegarnelen, die berühmten Krabben, wachsen hier auf. In den Salzwiesen am Rand wachsen Pflanzen wie der Queller, die mit Salzwasser zurechtkommen.

Drehscheibe für Zugvögel

Für Millionen Zugvögel ist das Wattenmeer eine unverzichtbare Raststation zwischen ihren Brutgebieten im hohen Norden und den Winterquartieren im Süden. Im Frühjahr und Herbst sammeln sich hier riesige Schwärme von Ringelgänsen, Knutts, Austernfischern und Pfuhlschnepfen, um sich satt zu fressen. Im Oktober feiert der Nationalpark in Niedersachsen dieses Schauspiel mit den Zugvogeltagen.

Seehunde und Kegelrobben

Auf den Sandbänken ruhen Seehunde, im Frühsommer bringen sie ihre Jungen zur Welt. Die Kegelrobbe ist das größte Raubtier Deutschlands, ihre Jungen kommen im Winter zur Welt, zum Beispiel auf der Helgoländer Düne. Findest du einen jungen Seehund allein am Strand, einen sogenannten Heuler, fass ihn nicht an und halte Abstand. Informiere die Polizei oder die Seehundstation, die Mutter ist oft in der Nähe.

Nationalpark und Weltnaturerbe

Der deutsche Teil des Wattenmeers ist in drei Nationalparks geschützt: dem Schleswig-Holsteinischen, dem Niedersächsischen und dem Hamburgischen Wattenmeer. 2009 hat die UNESCO das Wattenmeer von Deutschland und den Niederlanden zum Weltnaturerbe erklärt, später kam der dänische Teil dazu. Besonders empfindliche Bereiche sind Ruhezonen, die du nur auf ausgewiesenen Wegen betreten darfst.

Halligen: Leben mitten im Watt

Eine Besonderheit gibt es nur im nordfriesischen Wattenmeer: die Halligen. Diese kleinen, nicht eingedeichten Inseln werden bei Sturmfluten überspült, die Häuser stehen auf Warften. Die größte ist Langeneß, wo du das Leben mitten im Wattenmeer hautnah erlebst.

So erlebst du das Wattenmeer

Am eindrucksvollsten ist eine geführte Wattwanderung, alles dazu findest du auf unserer Seite Wattwandern an der Nordsee. Dazu kommen Schiffsfahrten zu den Seehundbänken und Besucherzentren wie das Multimar Wattforum in Tönning, das Wattenmeer Besucherzentrum in Wilhelmshaven oder das Erlebniszentrum Naturgewalten in List auf Sylt.

Die passenden Inseln

  1. 01

    Langeneß

    Auf der größten Hallig lebst du mitten im Wattenmeer. Im Frühjahr und Herbst rasten hier riesige Schwärme von Ringelgänsen, im Winter erlebst du mit Glück ein Landunter.

    • Hallig
    • Vögel
    • Landunter
  2. 02

    Nordstrand

    Ohne Fähre direkt ans Watt: Vor dem Deich beginnen Wattwanderungen, und vom Hafen fahren Schiffe zu den Halligen.

    • ohne Fähre
    • Halligfahrten
  3. 03

    Föhr

    Die geführte Wattwanderung von Föhr nach Amrum gehört zu den bekanntesten Watt-Erlebnissen an der Nordsee.

    • Wattwanderung nach Amrum
  4. 04

    Pellworm

    Das Watt liegt direkt vor dem Deich, rund um die Insel findest du Ruhe und viel Himmel.

    • Watt vor der Tür
    • Ruhe
  5. 05

    Juist

    Im Osten der Insel liegt der Kalfamer, ein Schutzgebiet mit Dünen, Salzwiesen und vielen Vögeln.

    • Vogelschutz
    • Salzwiesen

Unsere Tipps

  1. Auf den Wegen bleiben

    Salzwiesen, Dünen und Ruhezonen sind empfindlich. Bleib auf den ausgeschilderten Wegen, damit Vögel ungestört brüten und rasten können.

  2. Abstand zu Tieren

    Seehunde, Kegelrobben und Vögel brauchen Ruhe. Beobachte sie aus der Entfernung, am besten mit Fernglas.

  3. Nur mit Führung ins Watt

    Die Flut kommt schneller, als man denkt. Weite Wege ins Watt nur mit ortskundiger Wattführung.

Fragen & Antworten

Was ist das Wattenmeer?

Ein flaches Küstenmeer, dessen Boden bei Ebbe zweimal täglich trockenfällt. Es erstreckt sich von den Niederlanden über Deutschland bis nach Dänemark.

Warum ist das Wattenmeer Weltnaturerbe?

Weil es das größte zusammenhängende Gebiet aus Sand- und Schlickwatt der Welt ist und einzigartige Lebensräume für Tiere und Pflanzen bietet, allen voran für Millionen Zugvögel.

Was ist ein Heuler?

Ein junger Seehund, der allein am Strand liegt. Fass ihn nicht an, halte Abstand und informiere die Polizei oder eine Seehundstation.

Wo kann man Seehunde sehen?

Bei Schiffsfahrten zu den Seehundbänken, die von vielen Inselhäfen starten, oder mit etwas Glück vom Strand aus. Kegelrobben lassen sich besonders gut auf der Helgoländer Düne beobachten.